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Oppenweiler-mapnik

Openstreetmap.org Karte von Oppenweiler (nur Hauptort)

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Logo Oppenweiler 21. Dargestellt sind Burg Reichenberg, die B14 in der Ortsmitte sowie das Wasserschloss, das als Rathaus dient.

Oppenweiler ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg, rund 25 km nordöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Der Ort, der im Tal der Murr sowie im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegen ist, hat ca. 4130 Einwohner.

Zur Gemeinde Oppenweiler gehören neben den nahegelegenen Ortsteilen Reichenberg, Ellenweiler, Rüflensmühle, Reichenbach, Aichelbach, Zell, Rohrbach, Schiffrain, Wilhelmsheim, Unterstaigacker und Reutenhof auch das im Lautertal gelegene Bernhalden.

Verkehrstechnisch erschlossen ist Oppenweiler durch die Murrbahn sowie durch die B14, die mitten durch den Ortskern führt.

Erste urkundliche Erwähnung von Oppiwiler im Jahre 1114 Bearbeiten

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Oppenweiler, als „Oppiwiler“, stammt aus dem Jahr 1114. Die Gelehrten beschreiben den Inhalt folgendermaßen:

Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Deutscher Kunstverlag, 1983, Band 1:

Am 29. 8. 1114 bestätigte Kaiser Heinrich V. einen Tausch, wodurch Bischof Bruno von Speier dem Propst und dem Kapitel daselbst den Zins aus den Speirer Judenquartieren gegen das, was sie in „Oppiwiler" haben, herausgibt.

Franz Xaver Remling: Urkundenbuch zur Geschichte der Bischöfe zu Speyer, Kirchheim und Schott, 1852: S. 89-90 bzw. [1]:

Heinrich V. kaiser bestätiget dem bischofe Bruno zu Speyer und dessen domcapitel den tausch von gütern zu Oppenweiler. 1114 aug. 29.
Heinricus Dei gracia Romanorum imperator augustus. Oui ecclesiarum quarumlibet utilitati et honori diligenter prospicimus, speciali sollicitudine commodum et honorem sancte Spirensis ecclesie merito requirimus. Quam enim parentes nostri singulari semper excoluerunt studio, nos quoque pre
ceteris honorainus quasi quodam dilectionis privilegio. Placuit domno Brunoni eiusdem sedis antistiti, cum Hezelone preposito ceterisque canonicis quoddam concambium facere, scilicet ut ea que fratres in Oppiwiler tenuerunt, ipse a fratribus acciperet, in civitate autem tres libras et V. solidos, censum videlicet de curtibus iudforum, libere fratrum utilitati restitueret. Quod quia absque nostro consensu et voluntate fieri non potuit, res ad nos delata est, et diligenter examinata complacuit. Notum igitur omnibus tam presentis quam futuri temporis fidelibus esse volumus, quia et nos fratrum utilitate perspecta, buic commutacioni adquiescimus, hac tamen condicione, ut si supradicte iudeorum curtes predictum censum incendio vel aliqua occasione solvere non potuerint, eiusdem loci episcopus preposito et fratribus quicquid minus fuerit, sine omni contradictione restituat, si quid autem superfuerit, in eorum utilitatem pariter concedat. Et quia hoc auctoritate nostra factum, omni tempore ratum et inconvulsum permanere volumus, sigilli nostri impressione hanc cartam corroborari precepimus. Huius autem rei testes aifuerunt Bruno Trevirensis archiepiscopus, Fridericus Coloniensis archiepiscopus, Hezelo prepositus, Burchardus decanus, Uonulfus magister, Uuocnandus custos, cum ceteris canonicis, Heremannus marchio, Godefridus palatinus et alii principes complures. Ekbert advocatus in vice Egenonis pueri advocati, Cuono tribunus, Adeloldus, Anselmus, Gerungus. Acta anno dominice incarnacionis MCXIIII. regnante Heinrico quarto Romanorum imperatore augusto, anno VII. venerabilis Brunonis episcopi, IIII. kal. septembris.

Carl Georg Duemgé: Regesta Badensia, Urkunden des Grossherzoglich badischen General-Landes-Archives, bis zum Schlusse des zwœlften Jahrhunderts ..., 1836 S. 121-122

Kaiser Heinrich V. modificirt und bestättigt sodann einen Tausch zwischen dem Bischof Bruno Speyer und dem Domkapitel, über Güter zu Oppenweiler.
Heinricus Dei gratia Romanorum Imperator augustus. Qui aecclesiarum quarumlibet utilitati et honori diligenter ] spicimus. speciali sollicitudine commodum et honorem sanctae Spirensis aecclesiae merito requirimus. Quam enim rentes nostri singulari semper excoluerunt Studio. nosquoque prae caeteris honoramus quasi quodam dilectionis privile Placuit Brunoni ejusdem sedis antistiti. cum Hezelone praeposito ceterisque canonicis quoddam concambium facere. licet ut ea quae fratres in oppiwiler1 tenueruni ipse a fratribus acciperet. in civitate autem tres libras et V. solidos. < sum videlicet de curtibus judeorum. liberae fratrum utilitati restitueret. Quod quia absque nostro consensu et vol tate fieri non potuit. res ad nos delata est. et diligenter examinata complacuit. Notum igitur omnibus tam praese quam futuri temporis fidelibus esse volumus. quia et nos fratrum utiljtate perspecta. huie commutationi adquiescin hac tamen conditione. ut si supradictae judaeorum curtes praedictum censum incendio vel aliqua occasione solvere potuerint. ejusdem loci episcopus. praeposito et fratribus quicquid minus fuerit. sine omni contradictione restituat. sie] autem superfuerit. in eorum utilitatem pariter concedat. Et quia hoe auctoritate nostra faetum. omni tempore ratun onvulsum permauere volumus. sigilli nostri impressione. hanc cartam corroborari praecepimus. Hujus autcm rei les affuerunt. Bruno Treverensis archiepiscopus. Fridericus Coloniensis archiepiscopus. Hezelo praepositus. Burchari decanus. Uonulfus magister. Vuocuandus custos. cum ceteris canonicis. Heremannus marchio, 2 Godefridus Palais3 et alii principes eomplures.
Ekbert advocatus in vice egenonis pueri advocati. Cuono tribunus. Adeloldus. Anseimus. Gerungus. lActa anno domininae incarnationis. M. C. X. HU. Regnante Heiurico quarto Romanor. iiLperatore augusto. anno VII. Inerabilis Brunonis episcopi 4 IIII. Kl. Septembris.
1 Oppenweiler, k. württemb. Amts Backnang, einst zu dem Speyer'schen Dekanat Marbach gehörig. S. Archidinconatus Spireir l Kpiscopatns ete. in Würdtwein subs. dipl. X. 331. 2 Herrmann II. Markgrav v. Baden. vgl. Schoepflin H. Z. B. I. 283. 3 Nänr i Tnbingensis. 4 Das anno VII. muss auf Bruno bezogen werden, wenn es passen soll. Denn das Jahr 1114. war das neunte königl. und das vierte der kaiserl. Regierung Heinrichs V. Die Stellung des anno VII. in der Urkunde aber, in Einer abgederten Zeile, mit dem vorangehenden, wovon es den Schluss macht, wäre dann sehr unangemessen. Ueberdiess lässt aas Ironlcon Episcopor. Spireus. den Bruno erst im J. 1110. zum Bisehöfl. Stuhle gelangen und zwar auf besondern Befehl HeinIhs V. nachdem am 1. März desselben Jahres Bischof Gebhard gestorben war. Nach demselben Chronicon hingegen war GebI'ds Vorgänger Bischof Einhard, am 36. Oct. 1104. gestorben und Gebhard bald nach empfangener Weihe mit Gemüths- und Irper-Schwachheit befallen. Es könnte daher wohl dieser Bruno dem Bisthum schon mehrere Jahre vorgestanden hüben all si{ji|atus.

Geschichte laut Beschreibung des Oberamts Backnang Bearbeiten

Das Königreich Württemberg war in Oberämter aufgeteilt, aus denen die späteren Kreise entstanden. Im 19. Jahrhundert, von 1824 bis 1885, wurden 64 Württembergische Oberamtsbeschreibungen erstellt. Die „Beschreibung des Oberamts Backnang“ mit über 330 Seiten wurde 1871 veröffentlicht und 1968 nachgedruckt. Die Universitäts- und Landesbibliothek in Düsseldorf stellt im Internet einen Scan dieses Nachdrucks zur Verfügung. Die einzelnen Kapitel werden auch als PDF bereitgehalten, so etwa Oppenweiler und Reichenberg mit Schloß. Die Fraktur-Texte wurden 2011 vom deutschsprachigen Projekt Wikisource erfasst und korrigiert der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Oppenweiler Bearbeiten

Auszug aus der Beschreibung des Oberamts Backnang von 1871, S. 272-284:

Oppenweiler

Gemeinde III. Kl. mit 593 Einw., wor. 97 Kath. a. Oppenweiler, Pfarrdorf, 573 Einw. b. Rüflensmühle, Haus, 7 Einw., c. Unter-Staigacker, Haus, 13 Einw. – Paritätische Pfarrei. 5/4 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Der wohlansehnliche, städtisch erscheinende Ort liegt lang hingedehnt in dem reizenden von wohlgerundeten, waldbekrönten Bergen umsäumten, fruchtbaren Murrthale, durch dessen frische Wiesengründe sich dass muntere, von Laub-Bäumen reich umkränzte Flüsschen in schönen Krümmungen hinabschlängelt. Besonders überraschend ist ein Blick, wenn man von Backnang über die Höhe herkommt: vor sich das liebliche von Obstbäumen beschattete Dorf mit seinen reinlichen Häusern, den beiden Kirchen und dem großen Schloßparke voll hoher Bäume, aus deren dunklen Kronen das prächtige Schloß hervorragt; dann der Blick nach aufwärts in das weite milde grüne Thal, an dessen nördlichen Abhängen gleich hinter dem Dorfe der rebenumrankte Reichenberg frei und großartig hervortritt, auf seinem Scheitel das altersgraue Schloß mit dem hochaufsteigenden Rundthurme tragend.

Sehr sehenswerth ist die protestantische Kirche, früher die Grablege der Freiherrn von Sturmfeder, mitten im Dorfe frei gelegen, ein großes, ganz im spätgothischen Stil gehaltenes Bauwerk mit südlich am Chore stehenden Thurme. Der halb achteckig geschlossene, noch aus guter Zeit stammende Chor hat Strebepfeiler und in seinen Spitzbogenfenstern hübsche Maßwerke, während die der Fenster des Schiffs herausgenommen wurden; die Westseite, in schlanken Giebel ausgehend, zeigt eine wohlthuende Fenstervertheilung. Über dem spitzbogigen mit sich kreuzenden Stäben besetzten Eingang der Südseite sieht man das Steinbild Jakobus d. Ä. auf einem Fratzenkopfe, sowie die Wappen der von Sturmfeder und der von Bubenhofen, und die Jahreszahl 1511, das Jahr der Erbauung des Schiffes der Kirche.

Im Innern wird das breite, flachgedeckte Schiff von einer starken Holzsäule mit der Jahreszahl 1666 gestützt, der Chor von schönem Rippenkreuzgewölbe überspannt, durch die Tünche schimmert noch alte Bemalung, und den Schlußstein zieren die Wappen der von Sturmfeder und der von Hornstein. Das erste Geschoß des Thurmes bildet eine besondere Kapelle mit Altartisch und zeigt ebenfalls ein Rippenkreuzgewölbe mit dem sturmfederischen Wappen im Schlußstein. Der schlichte altgothische Taufstein ist von interessanter Achtecksform, das merkwürdigste aber ist die Reihe der sandsteinernen Grabdenkmäler, die zum Theil leider beschädigt an der Nord- und Ostwand des Schiffes stehen. Nehmen wir diese Richtung, so erscheint:

1) Ein prachtvolles Renaissancegrabmal mit den Bildsäulen des Burckardt Sturmfeder, in der reichen Rüstung damaliger Zeit, † 27. Januar 1599, und seiner Frau Anna, geb. von Helmstatt, in Nonnentracht, † 1606, vorne sitzen drei halblebensgroße Figuren, Justitia, Spes und Caritas; das Ganze wird von großartigem Aufsatze gekrönt.

2) In ähnlich prachtvollem Stil ein Ritter, die Inschrifttafel fehlt, nach dem Todtenschilde ist es Friderich von Sturmfeder, † 6. Mai 1597.

3) Ein Ritter, noch gothisch gehalten, mit sehr charaktervollem Haupte, eine Hellebarde in der Hand, über ihm eine große Inschrifttafel: Anno dmi 1525 uff. den heilgen ostertag. had. der Edel und ernfest ebberhart. sturmfeder. sampt. andren vom Adel zu weinsperg. schaden. zum. dott. Entpfangen. dem gott gnad.

4) Das folgende Denkmal stellt den Burkhart von Sturmfeder vor, † am S. Urbanstag 1534; es ist noch halb gothisch gehalten. 5) Das erste ganz alterthümliche Denkmal an der Ostwand, der zum Theil noch bemalte Ritter steht in altem langem Panzerhemde, am Rande liest man in gothischen Majuskeln: Anno domini 1365 obiit Burkard Sturmfeder miles in die Sancti Benedicti.

6) Daneben wieder in prächtiger Renaissance ein Doppelgrabmal mit der Inschrift: Anno domini 1555 auf den 22 martii ist verschieden der edel und ernvest Friderich Sturmfeder. Und: Anno 1558 am 8. Novemb. starb die edel und tugentsam fraw Margareta Sturmfederin geborene von Hirnheim. seine elige Hausfraw. Er ist in reicher Rüstung, sie in Nonnentracht, und zwar beide trefflich, dargestellt.

Oben an der Wand hängen die hübsch gemalten Todtenschilde der 5 jüngeren genannten Herrn von Sturmfeder. Dann liegen noch mehrere nicht mehr zu entziffernde Grabsteine der Familie auf dem Boden.

Ganz hinten im Chore befindet sich ein sehr tüchtiger Flügelaltar, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammend; seine Predella zeigt die zwölf Apostel, im Altarschrein stehen die Holzbilder Christi, der Maria, des Johannes, Joseph und Jakobus, auf dem linken Flügel ist innen gemalt Christophorus, S. Wendelin und der Stifter, ein von Sturmfeder, auf dem rechten Flügel S. Katharina und S. Ottilia und die Stifterin, eine von Hornstein, außen sind der englische Gruß und die zwei Frauen im Garten dargestellt. Auf dem ziemlich zerstörten Baldachine sieht man den Auferstandenen. Links an der Wand befindet sich noch eine steinerne gothische Sakramenthäuschensnische mit denselben Wappen. Von den drei Glocken sind die beiden größeren mit dem Sturmfeder’schen Wappen geschmückt, und im Jahre 1726 von den Gebrüdern Nikolaus und Alexander Arnold umgegossen, auf der größten steht ferner, daß sie gestiftet wurde im Jahre 1577 von Burkardus Sturmfeder: auf der andern: Anno 1440 bin ich das erste Mal aus dem Feuer geflossen, 1726 hat man mich wiedergegossen; auf der dritten:

bernhart lachaman gos mich 1510. hilf got unt maria.

Das evangelische Pfarrhaus ist 1640 erbaut worden.

Die Unterhaltung der Kirche und des Pfarrhauses hatte bis 1867 die Gutsherrschaft, durch Vergleich vom 12. Juli 1867 hat nun aber die Staatsfinanzverwaltung gegen ein Abfindungskapital von 7349 fl. 9 kr. die Baulast des evangelischen Pfarrhauses, sowie durch Vergleich vom 5/12. Nov. 1867 die evangelische Kirchen- und Schulgemeinde gegen ein Abfindungskapital von 12.000 fl. diejenige der Kirche mit Zugehörungen und des Kirchhofes, und gegen ein weiteres von 845 fl. 6 kr. die des evangelischen Schulhauses übernommen. Neben, nordwestlich steht die in ansprechendem modern-romanischem Stil erbaute, dem h. Stephanus geweihte katholische Kirche mit schönem Thurme an der Schau- (Süd-) seite; sein erstes Geschoß bildet eine Vorhalle, sein drittes ist achteckig mit gedoppelten Rundbogenfenstern und wird von schlankem Zeltdache bekrönt. Auch das einfach bemalte Innere, flachgedeckt, mit schmälerem Chor und halbrundem Triumphbogen, macht einen ganz wohlthuenden Eindruck. An die Kirche ist nördlich in demselben Stile das neue katholische Pfarrhaus angebaut. Beide ließ 1846 der kath. Kirchenrath aufführen und schenkte sie der hiesigen kath. Kirchengemeinde, der nun die Unterhaltungspflicht obliegt. Der Gottesacker liegt außerhalb.

Das evangelische Schulhaus enthält 2 Lehrzimmer und die Wohnung der 2 evangelischen Lehrer. Das kath. Schulhaus, ein Vermächtniß des verstorbenen Pfarrers Schmid, enthält neben der Schule die Wohnung des kath. Schulmeisters. Das Rathszimmer befindet sich in einem Privathause.

Eine besondere Zierde des Ortes ist das in dem herrlichen trefflich gehaltenen Parke gelegene schöne im Achteck erbaute Schloß des Freiherrn von Sturmfeder. Es ist rings von einem See umflossen, so daß man auf einer Brücke hinübergelangt, und wurde 1770/78 an der Stelle des früheren 1575 errichteten erbaut. Im Erdgeschoß enthält es Speisesaal, Küche, sechs Zimmer und die Schloßkapelle, welche einige schöne alte Denkmäler und einen Altar aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts besitzt; der zweite Stock enthält einen Saal und 10, der dritte 12 Zimmer. An einer stillen Stelle des Schloßgartens steht unter ehrwürdigen Bäumen das große steinerne Grabdenkmal der Maria Charlotte, Gemahlin des Freiherrn Carl Theodor von Sturmfeder, geborenen von Greiffenclau, geb. 3. Mai 1760 † 21. Juli 1800.

Gutes Trinkwasser liefern stets hinreichend 8 Pumpbrunnen. Das Gasthaus zum Hirsch soll früher ein Bad gewesen sein, noch heißen die anstoßenden Wiesen Badwiesen. Außer der Rohrbachquelle sind keine bedeutenden Quellen auf der Markung; es fließen darüber die Murr, der Rohrbach und der in heißen Sommern versiegende Froschbach. Der im Schloßgarten liegende See ist 14/8 Morgen groß, wird vom Rohrbach gespeist und kann abgelassen werden. Früher waren 2 Seen südlich am Ort, deren Boden jetzt zu Wiesengrund und zu einer Baumschule verwendet wird; der eine war 46/8, der andere 4 Morgen groß.

Die Staatsstraße von Ludwigsburg nach Hall führt durch den Ort, dann gehen von hier Vicinalstraßen nach Reichenberg und nach Aichelbach. Eine hölzerne Brücke führt über die Murr, eine steinerne über den Rohrbach und eine über den Rohrschbach; die Unterhaltung der Brücken hat die Gemeinde, nur die der Murrbrücke steht zur Hälfte der Gutsherrschaft zu. Die Einwohner sind im allgemeinen fleißig, ordnungsliebend und von guter körperlicher Beschaffenheit; gegenwärtig befinden sich zwei über 80 Jahre alte Personen im Ort. Besonders rühmenswerth ist die Verträglichkeit unter den beiden Konfessionen. Die Haupterwerbsquellen bestehen in Gewerbe und Baumzucht. Unter den Handwerkern sind am meisten vertreten Bäcker, Bürstenbinder und Korbmacher, die auch viel nach außen verkaufen. Dann bestehen eine Ziegelei, eine Grabmäler-Fabrik von Haid, und 1/4 Stunde nordöstlich vom Ort die Rüflensmühle mit einem Gerbgang, 3 Mahlgängen und einer Hanfreibe, ferner 3 Schildwirthschaften, worunter 2 mit Bierbrauereien, und 2 Kaufläden.

Mit Ausnahme einiger Familien besteht die Bürgerschaft aus wenig bemittelten Handwerkern und Taglöhnern; es gibt keine eigentlichen Bauern hier, weil mehr als die Hälfte der Markung (251 Morg. Äcker und Gärten, 68 Morg. Wiesen und 90 Morg. Wald) im Besitze der Gutsherrschaft ist. Überdieß besitzt der Freiherr von Sturmfeder den auf der Gemeinde-Markung gelegenen Charlottenhof, mit 110 Morgen, worunter 94 Morgen Wald.

Einzelne Bürger haben Güter auf Reichenberger und Strümpfelbacher Markung. Armenunterstützung erhalten 15 Personen.

Die kleine, mit Ausnahme der Murr-Thalebene, flachwellige Markung hat im allgemeinen einen fruchtbaren, meist aus Diluviallehm bestehenden Boden, der gegen die steilen Keupergehänge hin allmählig schwerer und thoniger wird. In der Murrthalebene haben sich den Wiesenbau begünstigende Alluvionen abgelagert.

Der Ort ist gegen rauhe Winde geschützt und das Klima im allgemeinen mild; im Murrthal kommen wegen der kalten Nebel zuweilen Frühlingsfröste vor, dagegen gehört Hagelschlag zu den Seltenheiten. Ein Keuperwerksteinbruch ist vorhanden. Die Landwirthschaft wird fleißig und umsichtig getrieben, namentlich äußert die rationelle Bewirthschaftung des gutsherrlichen Guts einen günstigen Einfluß auf dieselbe. Von verbesserten Ackergeräthen ist der Brabanter-Pflug vorherrschend, überdieß sind eiserne Eggen, Walzen, ferner bei der Gutsherrschaft eine Repssämaschine, Dreschmaschine, Futterschneidmaschine und Rechenmaschine vorhanden.

Von Getreidefrüchten baut man Dinkel, Roggen, Haber, Gerste und Einkorn; von Brach- und Handelsgewächsen Kartoffeln, dreiblättrigen Klee, Luzerne, Rüben, Welschkorn, Mohn und Hopfen; die beiden letzteren kommen zum Verkauf nach außen. Der Repsbau ist in neuester Zeit aufgegeben worden.

Der herrschaftliche Gutspächter kann jährlich 150 Scheffel Dinkel, 10 Scheffel Gerste und 50 Scheffel Haber auf der Fruchtschranne in Backnang verkaufen; sonst werden Früchte und Mehl eingeführt. Der Wiesenbau ist ausgedehnt und die zwei- bis dreimähdigen Wiesen liefern ein sehr gutes Futter, das in namhafter Menge nach außen, namentlich an die Militärverwaltung in Ludwigsburg, verkauft wird.

Besondere Erwähnung verdient der sehr schön und geschmackvoll angelegte Schloßgarten des Freiherrn von Sturmfeder; die übrigen Gärten dienen hauptsächlich dem Anbau von Gemüsen für das örtliche Bedürfniß.

Der Weinbau ist ganz abgegangen und in den ausgereuteten Weinbergen wird jetzt Luzerne mit viel größerem Vortheil gebaut.

Die Obstzucht wird stark betrieben und ist noch immer im Zunehmen. Luiken und Paradiesäpfel, Brat- und Rommelsbirnen gerathen am besten und werden am häufigsten gepflanzt; auch pflegt man viele feinere Sorten (Tafelobst). Steinobst geräth nur selten. Der Obstertrag wird mit Ausnahme des Tafelobstes theils für den eigenen Bedarf gemostet, theils in großen Quantitäten nach außen abgesetzt.

Eigentliche Weide besteht nicht und auf der Stoppelweide hat die Gutsherrschaft das Weiderecht, die den Weidgang an einen Schäfer verpachtet.

Die wenigen vorhandenen Allmanden werden an Bürger zum Einbau verpachtet. Überdieß besitzt die Gemeinde noch Güterstücke, die meistens mit Obstbäumen bepflanzt sind, und deren Boden zu 75 fl. verpachtet wird. In günstigen Jahren wurden schon 300 fl. aus dem Obstertrag gelöst, was beinahe die einzigen Einkünfte für die Gemeindekasse sind, weßhalb auch die Baumzucht mit besonderem Eifer und Fleiß betrieben wird. Die Gemeinde besitzt 470 tragbare Bäume, und in den letzten 10 Jahren wurden noch 240 junge Bäume nachgesetzt.

Die eifrig betriebene Viehzucht steht auf einer hohen Stufe; man hält den Land- und Neckarschlag und hat 3 Farren, zugleich auch für Zell und Aichelbach, aufgestellt. Seit 4 Jahren besteht hier eine Viehunterstützungskasse, welche auf Gegenseitigkeit beruht und als sehr zweckmäßig anerkannt wird. Das Mastvieh kommt auf die Märkte nach Backnang, Marbach, Ludwigsburg und Winnenden. Einiger Milchverkauf findet statt. Bei dem herrschaftlichen Gutsbesitzer ist die Viehzucht als ein besonderer Erwerbszweig zu betrachten.

Die Schafzucht wird vom herrschaftlichen Schäfereipächter getrieben, der nur 70 Stück Hammelvieh auf der Weide laufen läßt; die Wolle geht nach Backnang, der Abstoß der Schafe auf die benachbarten Märkte.

Zu der unbedeutenden Fischerei ist theils der Staat, theils die Gutsherrschaft berechtigt; in der Murr kommen vorherrschend Weißfische, weniger Aale und Barben, in den Seitenbächen Forellen vor. Edelkrebse führt die Murr, Steinkrebse der Rohrbach.

Stiftungen sind keine vorhanden. Die römische Heerstraße, welche einst die römische Niederlassung bei Marbach mit der bei Murrhardt verband, lief über das westlich vom Ort gelegene „Heerfeld“, von da durch den Ort, wo sie die Murr übersetzte und weiter auf der linken Seite der Murr nach Murrhardt (s. hier den allgemeinen Theil, Absch. „Römische Alterthümer“). Westlich vom Ort auf dem sog. Kirchhofacker wurden schon menschliche Skelette ausgegraben.

Im Beginne des 12. Jahrhunderts hatten hier (Oppiwiler) Probst und Capitel zu Speier Besitzungen; gegen den Zins aus den Judenquartieren der Stadt Speier vertauschten sie dieselben an den dortigen Bischof, was K. Heinrich V. den 29. Aug. 1114 bestätigte (Wirt. Urkb. 1, 340).

Das Dorf ist schon seit alten Zeiten im Besitze der Familie von Sturmfeder, welcher weiter unten noch ausführlicher gedacht werden wird, als ein reichsunmittelbarer, der Reichsritterschaft in Schwaben Orts am Kocher inkorporirter, dabei aber mit dem württ. Hause kraft des Lehensverbandes zusammenhängender Ort, in welchem Württemberg die Reservatrechte durch das Amt Backnang ausüben ließ. In Folge der Mediatisirung der Reichsritterschaft durch den Schönbrunner Tagesbefehl Napoleons I. vom 19. Dec. 1805 und die Rheinbundsakte vom 12. Juli 1806 wurde er Württemberg einverleibt und den 18. Nov. 1806 mittelst einer feierlichen Huldigung von demselben in Besitz genommen. – Aus seiner nicht sehr bedeutenden Geschichte ist noch weiter hervorzuheben der Vergleich zwischen Württemberg und der Fried. Ernst. Doroth. von Sturmfeder als Vormünderin ihres Sohnes Franz Georg, auf der Ludwigsburger Tagsatzung vom 20. April. 1747 angenommen, wodurch manigfache Streitigkeiten über die beiderseitigen Rechte am Orte beigelegt wurden. Diesem Vergleiche zufolge verblieb Württemberg die hohe malefizische und die geleitliche Obrigkeit, die erste mit gewissen Modifikationen, sowie die forstliche Obrigkeit, dagegen der Familie Sturmfeder die niedere Gerichtsbarkeit, und sollte auch der hergebrachten sturmfederschen Rügung und Abstrafung der in eigenen und den Communwaldungen sich zutragenden in die niedere Gerichtsbarkeit einschlagenden Feld- und Waldfrevel kein Eintrag geschehen; die kleine Jagd in in einem genau bestimmten Bezirk erhielt Sturmfeder, auch die hohe Jagd wurde dem jetzigen Lehensinhaber und auf jedesmaliges bittliches Ansuchen seinen Nachfolgern zugesagt; mit dem Abzug und der Nachsteuer sollte es wie bisher gehalten und dem Kanton Kocher sein Kollektationsrecht aufrecht erhalten werden (vrgl. auch Groß-Aspach). Die betreffende Steuer betrug i. J. 1759 aus Oppenweiler allein 36 fl. 52 kr. 3 Hllr., aus dem Orte mit seinen Zugehörden: der Rüflensmühle und den Höfen zu Käsbach und Strümpfelbach 50 fl. 33 kr. 3 Hllr. Nachdem noch im Jahre 1840 der lehenbare Charakter der sturmfederschen Besitzungen zu Oppenweiler anerkannt worden war (s. Groß-Aspach), wurde durch kgl. Entschließung vom 29. Nov. 1856 das Kronlehen Oppenweiler zugleich mit dem von Groß-Ingersheim gegen Entrichtung einer Summe von 6051 fl. 58 kr. allodificirt, woran sich im J. 1857 (kgl. Entschl. v. 10. Okt.) die Allodification einiger auf der Klein-Ingersheimer Markung gelegenen lehenbaren Grundstücke gegen die Entrichtung einer Aversalsumme von 100 fl. anreihte.

Der große Zehente stund theilweise der Pfarrei privative, theilweise, an besonders versteinten Orten, gemeinschaftlich mit der Kellerei Backnang zu, der kleine der Pfarrei gemeinsam mit der Schultheißerei zu Reichenberg, (deren Antheil jedoch im J. 1820 dem Staat zurückfiel), der Weinzehente der Pfarrei, der Novalzehente der Ortsherrschaft; Blut- und Obstzehenten gab es nicht (Lagerb. v. 1759).

Schon das Speirer Diöcesanregister aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts (s. oben VII, 2) nennt eine Plebanie und 4 Frühmessereien in Oppenweiler. Der erste bekannte evangelische Pfarrer, Wieland, gehört dem Wendepunkte des 16. und 17. Jahrhunderts an (Binder, Kirchen- und Lehrämter 1, 131); nach dem Vergleiche von 1747 sollte die hiesige evangelische Kirche jährlich durch einen württ. Specialsuperintendenten, welchen Sturmfeder jedesmal darum requiriren würde, visitirt und von demselben der Erfund dieser Herrschaft zur Verfügung des weiteren zugeschickt werden. Durch Konsistorialdekret von 7. Okt. 1806 wurde die Pfarrei dem Dekanat Backnang einverleibt, Patronat und Nominationsrecht verblieb Sturmfeder. Heutzutage umfaßt die Pfarrei als Filialien die Parzellen Rüflensmühle und Unter-Staigacker, die zur Stadt Backnang gehörige Parzelle Staigacker, Reichenberg (eigentlich eine mit Oppenweiler unirte Pfarrei) samt allen Parzellen (ausgenommen Bernhalden und einen Theil von Zell) und Strümpfelbach mit Katharinenhof. Die neuere katholische Pfarrstelle dahier verdankt ihren Ursprung dem Privatgottesdienste der katholischen Ortsherrschaft; der Schloßkaplan der letzteren war häufig der katholische Geistliche des benachharten Ebersberges. Nach dem Vergleiche von 1747 waren die Sturmfeder nur berechtigt, innerhalb ihres Schlosses für sich und ihre Angehörigen durch ihren Kaplan den katholischen Gottesdienst abhalten zu lassen. I. J. 1806 ging dieser Privatgottesdienst in einen öffentlichen und die Schloßkaplanei in eine Pfarrkaplanei über, der Pfarrkaplan erhielt die Seelsorge sowie die Verrichtung aller pfarramtlichen Funktionen für die Katholiken der Umgegend, allein zunächst noch ohne Kirche und Wohnung. Erst im J. 1845 wurde die Kaplanei zu einer eigenen Pfarrei (mit bischöflicher Kollatur) erhoben, und daran reihte sich 1846 der Bau der Kirche und des Pfarrhauses. Nach der kirchlichen Eintheilung des Königreiches vom 3. Nov. 1810 (Reg. Bl. v. 1810 Beil. S. 75) gehörte die Pfarrei zum Landkapitel Gmünd, Bisthums Augsburg, heutzutage steht sie unter dem Dekanat Gmünd, Bisth. Rottenburg. Sie umfaßt die katholischen Einwohner von Oppenweiler und der Umgegend, so: Backnang, Groß-Erlach, Heiningen, Jux, Murrhardt, Reichenberg, Spiegelberg, Sulzbach, sowie im Oberamt Marbach: Erbstetten, Gronau, Klein-Aspach, Oberstenfeld, Rielingshausen.

Oppenweiler ist der Stammsitz der freiherrlichen Familie von Sturmfeder[1] denn die Behauptung Burgermeisters (Thes. equestr. 1, 348), die Familie habe ihren Ursprung am Rheine, wo 1197 ein Philipp St. mit Guta von Westerstetten vermählt erscheine, läßt sich nicht begründen, und es ist insbesondere nach den im Folgenden zu nennenden Urkunden weit wahrscheinlicher, daß sich die hierher stammende Familie zuerst nach dem Orte genannt und daß die Benennung Sturmfeder ursprünglich nur Beiname eines einzelnen Gliedes derselben gewesen, aber, wie es auch anderwärts (z. B. bei der Familie Spät) geschah, den Stammnamen verdrängt hat. Das älteste urkundlich vorkommende Glied der Familie ist Burkhard: „Burkardus de Oppenwiler dictus Sturmveder miles“, „Bur. dictus Sturenveder miles“, „Burchar Stunrvedir“, Zeuge des Markgrafen Rudolf I. von Baden († 1288) in einer Kl. Gottesauer Urkunde s. die (Bader, Markgr. Rudolf v. B. 32), des Markgrafen Hesso von Baden in einer Stift Sindelfinger Urk. v. 19. Jan. 1293, ferner in einer Kl. Lorcher Urk. v. 12. Apr. 1295, sowie Bürge seines Schwiegervaters Frieder. von Gomaringen den 13. März 1295. Nach diesen Urkunden ursprünglich badisches Lehensgeschlecht kam die Familie wohl in Folge der bedeutenden Besitzübertragungen von Seite Badens an Württemberg in diesen Gegenden um den Wendepunkt des 13. und 14. Jahrhunderts (s. oben VII, 1) unter württembergische Lehenshoheit, denn schon den 30. Okt. 1320 überließ Graf Eberhard der Erlauchte von Württemberg dem K. Friederich dem Schönen den Burkhard St. für 300 Pfd. Heller zu einem Dienst auf ein Jahr (Sattler Gr. 1. Forts. 98), wogegen den 9. Sept. 1339 Heinrich der Ältere und seine Söhne Heinrich der Jüngere und Werner wegen Besitzungen zu Besigheim wieder als badische Lehensleute erscheinen (O. A. Beschr. Besigheim 111). Burkhard St. kommt außerdem noch vor im J. 1327 als Zeuge in einer Urkunde des Stifts Wimpfen (Burcardus dictus Sturmveder armiger; Mone 15, 182) und als Untervogt Gr. Ulrichs von Württ. auf einem Landtag zu Wimpfen (O. A. Beschr. Hall 228). Sonst werden im Verlaufe des 14. Jahrhunderts besonders genannt folgende Namen: Friederich 1322 (St.-A.), 1329 (Schmid Pfalzgr. 356), 1355 (O. A. B. Leonberg 146), 1370 (O. A. B. Gaildorf 163), 1388 (s. Groß-Aspach), 1396 (O. A. B. Besigheim 301). Heinrich 1320 (Crusius 3, 212), genannt von Ingersheim, durch seine Heirath mit Rüdigers von Ingersheim Tochter Agathe im Besitze des Kirchensatzes, Widdumhofes und von Gütern zu Ingersheim 1336 (O. A. B. Besigheim 194). Bertold, vermählt mit Jutta von Hartheim, 1336 und 1341 (Wibel, hohenloh. Kirchenhist. 2, 189 u. 191). Burkhard und seine Gemahlin Engeltrud 1345 (Schannat Vind. litter. 2, 127), mit seinen beiden gleichnamigen Söhnen 1362 (O. A. B. Gaildorf 159), von denen einer an Elisabeth, Engelhards von Hirschhorn Tochter, verheirathet war, 1362, 1376; Burkhard, württ. Rath, in der Schlacht bei Reutlingen im J. 1377 gefallen (Gayler, Denkw. 87). Reichart 1362 (Reg. Boic. 9, 59). Werner gesessen zu Helfenberg und seine Gemahlin Elisabeth von Kirchberg 1370 {A. U.). Schwigger 1396 (Scheffer 36). Im 15. Jahrhundert: Hans 1400 ff., der Ältere genannt, württ. Rath und Hofmeister, Vogt zu Böblingen (Gabelk.), 1443 (Klunzinger Maulbronn 2, 51), 1453 bei der württ. Vormundschaft, 1456 Rath des Gr. Ludwig von Württ. (Steinhofer 2, 957 und 988), württ. Vogt zu Vaihingen 1454, 1462 (Cast 345). Schwigger 1407 (Rittersch. Arch. Urk. 1, 32), 1415 (Sattler 2, 55), 1442 (R. A. U. 1, 94), 1482 (Steinh. 3, 363). Friederich, 1439 Diener Krafts von Hohenlohe (Hanselmann 1, 600), 1452 kurpfälzischer Hofküchenmeister (Widder, Kurpfalz 1, 55), 1462 mit Graf Ulrich von Württemberg in pfälzische Gefangenschaft gerathen (Steinh. 3, 70), gefallen 1471 im Treffen bei Bockenheim (Cast). Albrecht 1430 (Sattler Gr. 2. Forts. 113). Wiprecht 1449 (Steinh. 2, 910), 1467 (O. A. B. Besigh. 135), 1477 (R. A. U. 1, 94), württ. Amtmann in Besigheim 1452–1472 (Gabelk.). Philipp zu Schadhausen 1458, 1488 (Widder 1, 381, Crusius ps. 3, 484). Konrad 1480 (eb.). Eberhard 1442 (R. A. U. 1, 38,) 1480 (Steinh. 3, 327). Burkhard 1440 (Crusius ps. 3, 372), 1480 (R. A. U. 1, 320), Pfandherr zu Gau-Odernheim (Rhein-Hessen), Obervogt zu Besigheim. Im 16. Jahrhundert: Burkhard im J. 1519 mit Heinrich St. bei der Besatzung von Tübingen † 1534 (Cast). Eberhard, Gemahl der Agathe von Kaltenthal, den 16. Apr. 1525 zu Weinsberg vor der Kirche durch die Bauern erschlagen. Friederich, Deutschordenskommenthur zu Blumenthal und Pfleger der Ballei Franken 1516 (Cast). Im 17. Jahrhundert: Andreas 1626 Johanniterordenskommenthur zu Frankfurt (Cast). Wilhelm; alle Häuser und Güter, welche dieser zu Oppenweiler, Groß-Aspach, Schotzach, in der Rheinpfalz und anderswo besaß, mit allen Rechten und Zugehörden schenkte K. Gustav Adolf von Schweden unter Vorbehalt des schwedischen Superioritätsrechts an den schwedischen Oberst Chanoffsky, und da er vor der Effectuirung der Schenkung starb, bestätigte dieselbe der Kanzler Axel Oxenstierna zu Heilbronn 28. Febr. 1633 (St.-A.), allein dieser fremde Zwischenbesitz scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Philipp Friederich, im J. 1640 vermählt mit Maria Magdalena Lerch von Dirmstein, durch welche Heirath Güter, insbesondere Gefälle zu Dirmstein und an einigen anderen Orten der Rheinpfalz in den Besitz der Familie Sturmfeder kamen, bis dieselben in Folge der ersten französischen Revolution theils verloren gingen, theils verkauft wurden (Mittheilung des Freiherrn v. Sturmfeder). Joh. Frieder. Franz, kurmainz. Oberstallmeister, Ritterrath im Kanton Kocher † 1691. Im 18. Jahrhundert: Marsilius Franz, kurmainz. Kämmerer, Ritterrath bei der oberrheinischen Ritterschaft † 1744, bekannt durch seine Streitigkeiten mit Württemberg und der Reichsritterschaft. Friederich † 1820 als Weihbischof zu Augsburg. Die Nachweise über die meist von Württemberg herrührenden Lehensbesitzungen der Familie, soweit sie nicht schon im Bisherigen gegeben, sind folgende. Im J. 1364 empfing Burkhard St. nach dem Tode seines gleichnamigen Vaters für sich und seine Brüder das Bürglein Oppenweiler mit Zugehörungen, Leuten und Gütern zu Lehen, den 15. Mai 1396 Friederich St. Burg und Dorf Op., 60 Ohm Weingelds zu Hunweiler bei Reichenweiher (im Ober-Elsaß) auch etliche Capaunen und Hühnergeld daselbst, Antheil an der Burg Hohenstein (O. A. Besigheim), Theile des Zehentens zu Sersheim, einen Pflug Ackers am Schotzacher Holz und Markung, woraus später der Schotzacher Hof gebildet wurde; mit diesen Lehen erscheint vereinigt im J. 1462 der Weiler Lautern, woselbst übrigens die Familie später nur noch eine unbedeutende Gült bezog, und 1747 das von Sturmfeder früher zur Hälfte allodial besessene ganze Dorf Groß-Aspach. Nur vorübergehend waren die Hälfte an der Burg, dem Burgstall und an der Weiherstatt zu Oppenweiler in der Mitte des 15. Jahrhunderts im Lehensbesitze des Erenfried von Schöchingen (s. Reichenberg). Das Lehen Burg und Dorf Geisingen verkaufte 1361 Fritz St. mit Einwilligung des Lehensherrn Grafen Eberhards von Württemberg, für 400 Pfd. Heller an Cunz von Stammheim (Sattler, Topogr. 612). Die Herrschaft Stettenfels, welche aus den beiden Gruppenbach dem Hofe Donnbronn und Wüstenhausen bestand, gehörte im 14. Jahrhundert der Familie als pfälzisches Lehen (ein Grabstein bei der Gruppenbacher Kirche von 1361 ist derjenige der Engeltrud Sturmfederin); den 5. Dec. 1415 trug Schwigger St. wegen genossener Gnade, Hilfe und Förderung Württemberg seinen Antheil am Schloß Thalheim zu Lehen auf; allein den 16. Aug. 1442 verkaufte Schwigger seine Gerechtigkeit, Leute und Güter und die Losung an Stettenfels mit Zugehörungen, Gülten und Zinsen in Groß- und Klein-Aspach, Oppenweiler, Zehenten in Ilsfeld und das Schloß Thalheim an Graf Ulrich von Württemberg, der am 10. Aug. 1453 mit dem Schloß Thalheim und dem Zehenten zu Ilsfeld den Hans von Frauenberg, des genannten Schwiggers Tochtermann, belehnte, wogegen die Herrschaft Stettenfels noch sturmfederisch blieb, bis sie Friederich St. den 25. Juli 1462 an Rafan von Helmstadt verkaufte (Koenig Select. jur. publ. 6, 234). Im 15. Jahrhundert hatten Mitglieder der Familie Theile am Zehenten zu Auenstein und einem Hofe zu Beilstein im Lehensbesitze, veräußerten sie aber am Ende desselben an die von Liebenstein. Um die gleiche Zeit erscheinen 2 Theile an dem Fronhofe, Dorf, Vogtei und Gericht zu Altingen im Lehensbesitze zweier Mitglieder der Familie. Im Anfange des 16. Jahrhunderts erwarb Burkhard Sturmfeder durch Kauf von Anselm von Yberg die Lehen, den früher schon einmal im Besitze der Familie gewesenen Abts- und den Sichlingshof samt dem Vogteigericht des ersten Hofes zu Groß-Ingersheim, womit noch einige Besitzungen zu Besigheim, Bietigheim und Löchgau verbunden waren; die Lehensherrlichkeit über jene 2 Höfe war nach einigen Streitigkeiten zwischen Württemberg und Baden dem letzteren zuständig geblieben, bis sie durch den Staatsvertrag vom 16. Apr. 1807 an Württemberg überging. Unbedeutendere oder nur vorübergebende Besitzungen der Familie waren z. B.: Zehenten in Hessigheim und ein Hof in der Pfarrei Backnang 1336 (St.-A.); Güter in Ober- und Nieder-Zimmern und in der Pfarrei Marlach 1341 (Wibel 2, 191); Zehenten in Strümpfelbach und Weingärten in Rielingshausen 1361 (Gabelk.); Vogtei über comburgische Güter, das Gericht und sonstige Rechte, namentlich ein Hof und 8 Güter, zu Hausen an der Roth 1362 (O. A. B. Gaildorf 159); Güter zu Ober-Roth und in dessen Pfarrei, so ein Theil von Kornberg, zu Hütten (OA. Gaildorf) und Erlach (O. A. Hall) 1370 (O. A. B. Gaildorf 194 und Hall 210); Antheil an der Herrschaft Helfenberg 1370, 1400 (O. A. B. Marbach 153); Rechte und Einkünfte zu Glattbach, Illingen, Mühlhausen und Roßwaag 1443 (Klunzinger Maulbronn 2, 51); Schadhausen (bei Heidelberg) 1458 und 1535 (Widder 1, 381); Zehentrechte zu Bibelnheim (bei Gau-Odernheim) 1535 (R. A. U. 1, 497); Altwisloch bei Heidelberg 1552 (eb. 509); Wülflingen, der Kirnhardshof und die Röthenbachmühle, Pfitzenberg und der Kert (Gem. Hohenstadt) sowie Güter zu Vorder- und Hinter-Büchelberg und Bühler, zu Bronnen, Ebnat und Kohlwasen (bei Neuler), in der 2. Hälfte des 16. Jahrh. (O. A. B. Aalen 205); Zehenten, Zinsen und Gülten zu Neckarweihingen, Hoheneck, Poppenweiler, Kirchheim am Neckar, Affalterbach, ein Hof zu Ober-Schönthal bis 1747 (s. Groß-Aspach), Höfe zu Strümpfelbach und Käsbach (s. diese). – Während des 14. Jahrhunderts hatten Mitglieder der Familie als Pfandbesitz vom Reiche inne die Orte Neudenau und Katzenthal (an der Schefflenz), die Reichsdörfer Duttenberg, Offenau, Ober- und Unter-Griesheim, Bachenau, Jagstfeld, Reicharthausen, zu Wimpfen am Berg gehörige Eigenleute und die Vogtei über drei Höfe in Flein, allein in den Jahren 1362 und 1364 hörte dieser Pfandbesitz auf, und nur in Flein hatte die Familie bis zum Jahr 1385 Vogtei, Gericht, und 20 Pfd. Heller Schutzgeld vom Reich zu Lehen (Glafey Anecdot. 237. Reg. Boic. 9, 58. 65. O. A. Beschr. Heilbronn 280). Im J. 1339 war Burkhard St. von dem Pfalzgrafen Rudolf II. bei Rhein die Stadt Mosbach mit den dabeigelegenen Weilern Haschbach und Buttersheim für 100 Mark Silbers und 100 Pfd. Heller auf Wiederlosung verpfändet (Widder 2, 70).

Die Familie, deren frühere Mannlehen jetzt allodificirt sind (s. Groß-Aspach und ob. S. 278), besitzt heutzutage noch 1) im Oberamt Backnang, auf den Markungen Oppenweiler 400 Morgen, Aichelbach 73/8 M., Reichenberg 327/8 M., Ellenweiler 17/8 M., Steinbach 139 M., Groß-Aspach 2446/8 M., zusammen 8257/8M.; 2) im Oberamt Besigheim: auf den Markungen Schotzach 250 M., Groß-Ingersheim 286 M. (worunter 66 M. Wald), zusammen 536 M. Die Gefälle in Ingersheün und Schotzach sind abgelöst.

Vermöge eines väterlichen Testamentes und der ihm zu Grund liegenden Familienstatuten ist je der Älteste des Geschlechts im alleinigen Besitz der Güter; zu Gunsten des Mannsstamms besteht ein Fideikommiß mit Primogenitur (Cast).

Das Wappen der Familie bestand ursprünglich, wie z. B. ein Siegel des Burkhard St. von 1344 beweist, aus 2 senkrecht stehenden, mit den Rücken gegen einander gekehrten Streitäxten, heutzutage zeigt es einen von Blau und Gold gevierten Schild, im 1. und 4. Feld die goldenen Streitäxte, im 2. und 3., dem Wappen der Lerch von Dirmstein entnommenen quer getheilten Feld oben neben einander 3 schwarze Eisenhütlein, unten ebenso 3 schwarze Spitzen, die rechts schrägelinks, links aber gerade aufwärts laufen. Die Gleichartigkeit des Stammwappens mit demjenigen der ausgestorbenen Herren von Helfenberg weist auf Stammesverwandtschaft mit denselben hin.

Parzellen.

b. Rüflensmühle. Dieselbe scheint sehr alt zu sein, denn in der Urkunde von 1231, in welcher Markgraf Hermann V. von Baden die Burg Reichenberg vom Stift Backnang abgetreten erhielt, spricht er von einer Mühle unterhalb derselben, die von ihm unrechtmäßiger Weise auf des Stifts Boden gebaut worden, nach seinem Tode aber wieder an das Stift fallen solle, und den 11. April 1245 bestätigt Pabst Innocenz IV. dem Stift seine Güter in Reichenbach mit Zugehörungen vor der Burg Reichenberg und eine Mühle; die nächst gelegene Mühle ist aber die Rüflensmühle. Die Rechtsverhältnisse derselben waren in späterer Zeit die gleichen, wie die Oppenweilers, von dem sie eine Zugehörde bildete, nur daß den Weinzehenten die Kellerei Backnang bezog. Als ritterschaftliche Steuer wurden aus ihr im J. 1759 2 fl. 50 kr. bezahlt.

c. Unter-Staigacker 1/8 Stunde südwestlich vom Mutterort an der Straße nach Backnang gelegen, früher sturmfederisch und nach Oppenweiler zehentbar.

[1]S. über diese Familie besonders: H. Bauer, „Thalheim an der Schotzach und seine Besitzer“, in der Zeitschrift: Wirtembergisch Franken 1866 S. 234–243; vrgl. auch ebenda 1861 S. 345.

Reichenberg, mit Schloß Bearbeiten

Auszug aus der Beschreibung des Oberamts Backnang von 1871, S. 285-293:

Reichenberg, mit Schloß,

Gemeinde II. Kl. mit 1086 Einw. wor. 10 Kath. und 27 eigener Konfession. a. Reichenberg, Dorf, 370 Einw., b. Aichelbach, Weiler, 128 Einw., c. Bernhalden, Haus, 12 Einw , d. Dauernberg, Weiler, 103 Einw., e. Ellenweiler, Weiler, 48 Einw., f. Reichenbach, Weiler, 43 Einw., g. Reutenhof, Hof, 17 Einw., h. Rohrbach, Weiler, 56 Einw., i. Schiffrain, Weiler, 85 Einw., k. Wachthäusle, Haus , 5 Einw, l. Zell, Weiler, 217 Einw., Filial von Oppenweiler mit Ausnahme von Dauernberg, das nach Sulzbach, und Zell, das nach Backnang und Oppenweiler eingepfarrt ist. 5/4 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt gelegen. Sitz eines Forstamts und eines Revierförsters.

Der meist aus kleinen Bauernhäusern bestehende Ort zerfällt in zwei Gruppen, in das untere und in das obere Dorf; das untere Dorf liegt am südlichen und westlichen Fuß des Reichenbergs und zieht sich theilweise noch den Berg hinan, das obere Dorf hat eine hohe freie Lage in der Einsattelung, die sich von der Spitze des Schloßberges nordöstlich gegen das zurückliegende Gebirge herabsenkt. Der hohe, schön geformte Berg hängt nur in dieser Richtung mit dem Gebirg zusammen, sonst tritt er frei heraus zwischen dem breiten Murrthal und einer im Norden in dasselbe hereinbrechenden Schlucht und macht mit dem Dorfe und dem großen, alterthümlichen, kühn aufgethürmten Schlosse einen höchst angenehmen und bedeutenden Eindruck. Auch die Lage der Parzellen ist durchaus freundlich, ein eigener Frieden weilt über diesen in stille kleine Thäler verstreuten Weilern und Höfen.

Aussichtspunkte bieten sich außer auf dem Schloßberg viele bei Schiffrain, dann auf dem Hahnenbühl, im Gemeindewald Greut; man erblickt die ganze Albkette vom Hohenstaufen bis zu den Lochen und gegen Westen weit über das Unterland hin bis an die fernblauen Züge des Schwarzwaldes mit der Hornisgrinde. Dann der Punkt beim Signalstein neben dem Kirchweg auf der Markung Zell, der einen sehr malerischen Ausblick auf die vielen nahen Örtchen und in das Murrthal eröffnet. Unter den Gebäuden ist zuerst das Schloß zu nennen. Von der alten romanischen Anlage, die der auf dem nahen Ebersberge ganz ähnlich ist, hat sich noch vieles erhalten. Zwei zum Theil noch sichtbare Gräben durchschnitten den schmalen von Nordost herziehenden Bergsattel, der innere Graben war gemauert, über ihn führt jetzt statt der früheren hölzernen Zugbrücke eine steinerne, in den Bögen mit Erde ausgefüllte Brücke an das Thor, das an der Ostseite gelegen und rechts von dem gewaltigen Rundthurm (Bergfried) gedeckt wird. Die alten und sehr starken Umfassungsmauern des Schlosses stehen noch aufrecht, gegen Südwesten sogar noch mit dem Umgange, der auf den andern Seiten von Holz hergestellt ward. Überhaupt das ganze Schloß ist so ziemlich das ursprüngliche und bildet eine unregelmäßig fünfeckige Anlage, die einen länglichen Hofraum einschließt. Die Hauptsache ist auch hier wieder die gewaltige Ringmauer, an die sich meist ziemlich schmal die Wohngebäude von innen anlehnen, sowie der hohe, die zumeist ausgesetzte Seite und den Eingang beherrschende Bergfried. Das Schloß enthält 18 Zimmer und ist der Sitz des Forstmeisters. Im Schloßhofe läuft ein reichlicher Brunnen. Links beim Hereinkommen sieht man noch die alte Schloßkapelle zu ebener Erde, ein kleines und schlichtes romanischer Bauwerk, an dem noch ein Rundbogenfensterchen, der rundbogige Eingang und das alte feine Quaderwerk von ihrem hohen Alter Zeugniß geben; das Innere ist frisch übertüncht. Das merkwürdigste aber ist der rechts am Beginn des Hofes stehende runde Thurm, sehr schön und ganz aus Buckelquadern, die oft mit großen, sehr alten Steinmetzzeichen versehen sind, aufgeführt, 40’ im Durchmesser haltend und noch jetzt bis zum Dache 100’ Fuß hoch; das Dach wurde erst in neuerer Zeit statt des abgetragenen fünften Stockwerkes in einer Höhe von 30’ aufgesetzt, hindert aber die herrliche Aussicht zu genießen. Der Thurm ist fensterlos und zeigt gegen außen nur kleine rundbogige Schießscharten, die sich gegen innen sehr erweitern und auffallend viel Licht in die Gelasse werfen. Sein rundbogiger Eingang befindet sich 30’ über der Erdfläche und geht in das dritte Stockwerk, von da aus führt eine Wendeltreppe innerhalb der hier noch 13’ dicken Mauer hinauf bis in das oberste, vierte Gelaß; die beiden unteren Stockwerke sind fensterlos und bilden schauerliche Verliese, in welche die Verbrecher mittelst eines, jetzt noch im dritten Stockwerk vorhandenen Haspels hinuntergelassen wurden. Sämtliche Gelasse sind korbgewölbt und gleichen, wie überhaupt die ganze Konstruktion des Thurms, ganz den zwei Besigheimer Thürmen. Von dem Steigenpflaster des alten Burgwegs sind auch noch Reste erhalten.

Außerhalb des Schlosses steht im obern Dorf die schöngelegene, ansehnliche mit Reben umrankte Wohnung des Revierförsters.

In der Gemeinde bestehen zwei Schulhäuser, eines in Reichenberg, 1824 neuerbaut, mit zwei Lehrzimmern und sehr angenehmer Wohnung des Schulmeisters, das andere in Zell, es ist ein 1849 angekauftes Bauernhaus, in das ein Lehrzimmer und die Wohnung des Schulmeisters eingerichtet wurde. Das Rathhaus enthält auch die Wohnung des Gemeindevorstehers. Zwei Keltern bestehen mit je einem Baum, eine in Aichelbach und eine in Zell. Treffliches Trinkwasser liefern stets hinlänglich für den Mutterort 5 laufende und 2 Ziehbrunnen, 2 weitere sind verschüttet. Das meiste Wasser spendet der Herrschaftsbrunnen, der fünf Röhren speist, er ist längst künstlich gefaßt und wird mit jährlichem Aufwand von etwa 150 fl. vertragsmäßig von der Finanzverwaltung (in 700 Deucheln) dem Schlosse zugeleitet. Die Parzellen werden gut versorgt durch folgende Brunnen: in Rohrbach zwei laufende und ein Ziehbrunnen; in Schiffrain zwei laufende; in Dauernberg ein laufender und zwei Ziehbrunnen; in Bernhalden ein laufender; in Ellenweiler ein laufender; in Reichenbach 5 Ziehbrunnen; in Reutenhof zwei Ziehbrunnen; in Aichelbach ein laufender und 5 Ziehbrunnen; in Zell zwei laufende und vier Ziehbrunnen. Wasserleitungen haben Schiffrain, Bernhalden, Ellenweiler und Zell. Auch die Markung ist mit Ausnahme von Reichenberg, Schiffrain und Dauernberg reich an Quellen, welche, ausgenommen die im Murrthale, sehr gutes, reines Wasser führen. Die bedeutendsten Quellen sind in Rohrbach der Bronnreinbrunnen, in Schiffrain die Kohlwasenquelle, neuerdings gefaßt und dem Ort zugeleitet; in Dauernberg der Dieselbaurenbrunnen, die hier einzige sparliche, hartes Wasser liefernde Quelle, die auf Lette entspringt und öfters versiegt; in Bernhalden die sehr gute und sehr reichliche Winterlauterquelle, die der Mühle zugeleitet ist; in Ellenweiler der Klingenwiesenbrunnen, in Reichenbach der Beerwiesenbrunnen, in Reutenhof der Hofbrunnen, in Aichelbach der Ortsbrunnen, in Zell der Wiesenbrunnen.

Über die Markung fließen die Murr, der Frauenklingenbach, der Buffenbach, der Reichenbach, der Rohrbach mit dem Hirtenbach, der Siebersbach, die Sommer- und Winterlauter; beide letztern, sowie die Murr haben starke Wasserkräfte; von der Sommerlauter wurde 1834–36 mit einem Aufwand von 1000 fl. ein Kanal in die Winterlauter geführt, um beide vereint auf die Bernhalder Mühle zu leiten. Auf dem oberen Dorf Reichenberg, auf Schiffrain, Dauernberg und Rohrbach sind künstliche Weiher, sog. Feuerseen angelegt. Früher waren zwei je fünf Morgen große Seen in Rohrbach und am Mutterort; jetzt sind sie in Wiesengrund verwandelt.

Die Gesamtmarkung wird berührt von der Staatsstraße von Backnang nach Sulzbach und von der von Sulzbach nach Löwenstein. Vicinalstraßen bestehen keine, doch sind die verschiedenen Bergörtchen durch fahrbare Wege mit einander verbunden. In den Ortschaften selbst befinden sich nur kleine hölzerne Bachbrücken, bei Reichenbach geht eine größere hölzerne und in Zell eine größere steinerne gewölbte Brücke über die Murr; die Unterhaltung liegt den betreffenden Gemeinden ob.

Die Einwohner, bei denen sich nicht selten Spuren von Kretinismus zeigen, sind im allgemeinen fleißig, eingezogen und vielfach schwärmerisch religiös; in Dauernberg gehört die Mehrzahl zu den Menoniten. Ihre Haupterwerbsmittel sind Feldbau und Viehzucht, dann Holzhauerei, womit die ärmere Klasse jährlich 1500–2000 fl. verdient; auch die Weberei wird vom Mittel- und Armenstand ziemlich ausgedehnt betrieben und viel Tuch nach außen abgesetzt. Zwei Getreidemühlen mit je drei Mahlgängen und einem Gerbgang, sowie mit Ölgang und Hanfreibe bestehen, ferner eine Sägmühle, vier Schildwirthschaften und zwei Kramläden. Die Durchfuhr von Holz ist sehr beträchtlich.

Die Vermögensverhältnisse haben sich in den letzten Jahrzehnten gehoben; die reichsten Bürger besitzen etwa 50 Morgen, worunter 6–8 Morgen Wald, auf den Parzellen sind einzelne mit 40 Morgen Wald; der Mittelmann besitzt 20, die ärmere Klasse 4 Morgen Feld. Verschiedene, hiesigen Bürgern gehörende Grundstücke liegen auf angrenzenden Markungen. Auf der Gemeindemarkung besitzt der Freiherr von Sturmfeder 41 Morgen, worunter 36 Morgen Wiesen. Gemeindeunterstützung erhalten 25–30 Personen.

Die ziemlich große Markung ist, mit Ausnahme der Murrthalebene und der flachwelligen Gegend bei Aichelbach, Zell und Reutenhof, meist sehr bergig und hat im allgemeinen sehr verschiedenen Boden; in den Thalorten und theilweise auf Reichenberger Markung besteht der Boden, soweit er für den Ackerbau benützt wird, aus einem fruchtbaren, leichten sandigen Lehm und in der Thalebene aus Alluvionen, die den Wiesenbau begünstigen. Im nördlichen Theil der Gemeindemarkung, der durchaus der bergigen Keupergegend angehört, besteht der Boden aus den weniger fruchtbaren schweren thonigen Zersetzungen der Keupermergel und auf den höher gelegenen Orten Schiffrain, Dauernberg und theilweise Reichenberg kommen die magern Zersetzungen des weißen Stubensandsteins vor. Im Rohrbachthälchen erscheint Moorgrund, daher auch die Wiesen dort meist saures Futter liefern. Das Klima ist in den tief gelegenen Theilen der Gemeindemarkung mild und feinere Gewächse wie auch die Reben gedeihen, die Höhen aber sind den Winden sehr ausgesetzt und haben überhaupt rauhere klimatische Verhältnisse. Frühlingsfröste, die namentlich in den Niederungen den feineren Gewächsen und den Reben schaden, gehören nicht zu den Seltenheiten, dagegen kommt Hagelschlag nur wenig vor.

Die Landwirthschaft wird mit Anwendung verbesserter Ackergeräthe (Brabanter- und Suppinger-Pflug, eiserne Egge, Walze) sehr fleißig und umsichtig betrieben, namentlich pflegt man den Obstbau mit musterhaftem Erfolg. Von Getreidearten baut man vorherrschend Dinkel, Roggen, Gerste und Haber, von Brach- und Handelsgewächsen Kartoffeln, Futterkräuter, Runkelrüben, Reps und Hanf.

Der Wiesenbau ist sehr ausgedehnt und liefert viel und gutes Futter; die Wiesen sind meistens zweimähdig und gegen 50 Morgen davon sind bewässerbar. Brotfrüchte und Futter werden viel nach außen verkauft. Der Weinbau, welcher sich hauptsächlich mit Elblingen, Silvanern und Gutedeln beschäftigt, wird nur auf 60 Morgen betrieben und liefert einen gesuchten in den ersten Jahren angenehmen Wein, dessen Preise sich in den letzten 10 Jahren von 36–50 fl. pr. Eimer bewegten; auf den Morgen pflanzt man 1200–1400 Stöcke, und erhält in guten Jahren 4–5 Eimer pr. Morgen. Die Weinreben werden nicht bezogen. Seit den letzten 20 Jahren nimmt der Weinbau zusehends ab; in Reichenberg selbst bestehen nur noch 6 Morgen von frühern 21.

Wogegen die Obstzucht immer noch zunimmt; von Kernobst hat der Apfel, von Steinobst die Zwetschge den Vorzug. Die Jungstämme werden selbst gezogen und aus den nahen Waldungen sehr viele Wildlinge geholt. Das Obst wird meist vermostet, Birnen und Zwetschgen auch gedörrt; in guten Jahrgängen ist der Verkauf nach außen ein sehr beträchtlicher.

Die Gemeinde besitzt 400 Morgen meist mit Laubhölzern bestockten Wald, überdieß sind beinahe ebensoviel Privatwaldungen vorhanden. Der Morgen erträgt durchschnittlich 21/2 Klafter und 400 St. Wellen. Das Holz aus den Gemeindewaldungen wird bis jetzt im Aufstreich zur Deckung der Schulden verkauft, und nur bei Reichenberg fließt der Erlös, etwa 400 fl., in die Ortskasse.

Außer Reichenberg und Dauernberg, wo fortwährend theilweise künstlich angelegte Weiden bestehen, haben alle Parzellen den Winter über eine Schafweidenutzung auf Stoppel-, Brach- und Wiesfeldern, die sie theils mit eigenen, theils mit fremden Schafen befahren, so daß sie etwa 400 Stück auf der Sommer- und 1000 Stück auf der Winterweide laufen lassen. Durchschnittlich gewährt ein Stück 1 fl. 30 kr. Pachtgeld, die Pferchnutzung mag sich in allen Parzellen zusammen auf 400 fl. belaufen. Das Weidrecht steht überall den Ortsgemeinden zu.

Alle Parzellen haben einige Allmandstücke, die meist mit Obst bepflanzt oder theils bebaut, theils beweidet werden; ihr Ertrag ist gering, nur im Mutterort beträgt er etwa 75 fl.

Die Rindviehzucht ist nicht unbedeutend; die bestehenden Racen sind jedoch sehr gemischt; zur Nachzucht sind 4 Farren vom Neckar und vom Haller Schlag aufgestellt. Außer in den Bergorten Schiffrain und Dauernberg findet kein Viehaustrieb mehr statt. Der Viehhandel wird spärlich betrieben, mehr im Schwung ist die Mastung und hat ihren Absatz nach Backnang, Winnenden, Marbach und Ludwigsburg. Butter geht häufig an Händler und auf benachbarte Wochenmärkte.

Die Schafzucht wird größtentheils von den Weidpächtern betrieben, die zugleich Schäfer sind; man hält das mittelfeine Merinoschaf. Die Wolle geht auf die verschiedenen Wollmärkte und an benachbarte Tuchmacher, der Abstoß der Schafe auf die Märkte von Heilbronn, Backnang, Göppingen und Geißlingen. Die Schweinezucht ist nicht unbedeutend; man hält in sämtlichen Parzellen 30–36 Zuchtschweine, Haller- und halbenglischen Schlag; die Ferkel werden theils nach Backnang, Winnenden, Marbach und Ludwigsburg abgesetzt, theils für den eigenen Bedarf aufgemästet.

Von einigem Belang ist die Fischerei, welche sich hauptsächlich mit Forellen und Weißfischen, weniger mit Barben und Aalen beschäftigt; das Fischrecht hat der Staat, der es um eine mäßige Summe verpachtet.

In Reichenberg besteht eine Stiftung, die ursprünglich von einem Mönch Nicolaus herrühren soll und damals wenig betragen haben mochte, jetzt aber auf 18000 fl. angewachsen ist, wovon die Zinsen für Schul- und Armenzwecke verwandt werden.

Steinbrüche bestehen im Stubensandstein bei Schiffrain und Reichenberg, im Muschelkalk bei Ellenweiler und Zell.

Von Spuren aus grauer Vorzeit sind anzuführen die bei Zell im Steinbruch des Ochsenwirths Kübler ausgefundenen Reihengräber, welche neben den menschlichen Skeletten alte Waffen, Schmucksachen, worunter Armspangen von Silber, Bruchstücke von Gefässen etc., enthielten. Der Ort soll früher eine Stadt gewesen sein und noch besteht eine Hafnergasse und ein Gerbersbiegel, unter der ersteren findet man häufig Gefässescherben. Am Schiffrain soll das sog. Buchhansele umgehen, im Schafhau soll ein Unhold (Schäfer) pfeifen.

Von den zur Gemeinde gehörigen Parzellen nennen wir nur die bedeutenderen und zwar:

Aichelbach, hat 1/4 Stunde südlich von Reichenberg eine angenehme Lage an der Einmündung des Aichelbachs in die Murr.

Dauernberg, früher Durnberg, Turnberg geschrieben, liegt hoch und frei auf dem Bergrücken zwischen dem Lauterthal und dem Siebersbachthal, 1 Stunde nördlich von Reichenberg.

Rohrbach, am Rohrbach, 1/2 Stunde westlich von Reichenberg gelegen.

Schiffrain, hat 1/2 Stunde nordwestlich vom Mutterort eine hohe, aber gegen Norden geschützte Lage am Anfang des Hirtenbachs.

Zell, 1/2 Stunde südlich von Reichenberg gelegen; der freundliche Ort, der von der Murr in zwei Gruppen getheilt wird, wovon die auf der rechten Seite gelegenen Einwohner nach Backnang, die auf der linken nach Oppenweiler eingepfarrt sind, hat eine malerische Lage und nimmt sich mit seinen Pappeln und andern kräftigen Bäumen recht ansprechend aus. Im Ort führt eine steinerne Brücke über die Murr. Die Burg Reichenberg wird erstmals genannt in einer Urkunde des Markgrafen Hermann V. von Baden aus dem Jahre 1231, wornach derselbe „den Berg Reichenberg, wo jetzt die Burg liegt, bis zum 2. Wall“ vom Stift Backnang im Tauschwege erhielt (Wirt. Urkb. 3, 276). Darnach scheint es, der Markgraf habe erst kurz zuvor auf einem, früher obigem Stift gehörigen Grund und Boden die Burg erbaut (vergl. Cottenweiler). Den 2. December 1253 stellte Markgraf Rudolf I. von Baden in castro Richenberg eine Urkunde aus (Stälin 2, 347). Die Burg mit Zugehörungen kam um den Wendepunkt des 13. und 14. Jahrhunderts durch Heirath an den Grafen Eberhard den Erlauchten von Württemberg (s. oben VII, 1). Sein Schwager, Markgraf Rudolf III., machte ihm jedoch diesen Besitz streitig und hielt die Burg wirklich im J. 1325 besetzt. Der Graf und hauptsächlich sein Sohn Ulrich schritten zur Belagerung, allein der letztere wurde durch den Erzbischof Matthias von Mainz, der seinem Vetter dem Markgrafen zur Hülfe kam, zurückgeschlagen, und Eberhard starb im Verdruß darüber (Stälin 3, 168). Doch kam Reichenberg bald wieder an Württemberg und wird im Jahr 1420 als der Herrschaft Eigen aufgeführt (Stälin 3, 418). Im Jahr 1439 verpfändeten die Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg auf Wiederlosung an die Gebrüder Werner und Peter Nothaft zu Hochberg die Feste Reichenberg nebst einer Reihe von Dörfern und Weilern. Es sind dies theilweise heutzutage Parzellen der Gemeinde Reichenberg: dieser Weiler selbst, Reichenbach, Ellenweiler, Reutenhof, Schiffrain, Dauernberg, Aichelbach, Zell, Rohrbach, theilweise Orte des O.-Amtes Backnang: Steinbach, Fischbach, Häßlachhof, Rottmansberg, Heiningen, Waldrems, Heutensbach, Cottenweiler, Mittel-, Unterbrüden, Unter-, Ober-Weissach, Wattenweiler, Kallenberg, Lutzenberg (s. dieses), Schlichenweiler, Sachsenweiler, endlich die abgegangenen Orte: Rodmannsweiler (Bei Rudersberg, O.-A. Welzheim), Greusen (an diesen abgegangenen Ort erinnert wohl heutzutage noch der 1/4 Stunde nordöstlich von Groß-Aspach gelegene Wald Größe) und Reussen (?). Von der Pfandsumme im Betrag von 3000 fl. sollten 2500 fl; baar erlegt, der Rest sollte an Reichenberg verbaut werden (Steinhofer 2, 808). Diese Verpfändung dauerte jedoch nicht lange, denn den 7. April 1455 verkaufte Graf Ulrich von Württemberg als Lehen unter Vorbehalt des Öffnungsrechts das Schloß Reichenberg mit einigen dazu gehörigen Dörfern, Weilern, Höfen, Leuten, Gülten und Gütern – zu Reichenberg, Reichenbach, Ellenweiler, Fischbach, Dauernberg, Schiffrain, Reuten, Aichelbach, Zell, der Hälfte an Burg und Burgstall und an der Weiherstatt zu Oppenweiler, dem abgegangenen heutzutage noch als Flurbezeichnung vorkommenden Hofe Katzenbach (Gem. Rietenau) – an Erenfried von Schöchingen um Haus, Hofraithe und Gesäß zu Göppingen, das Gericht zu Jebenhausen und 401 Pfund Heller (vrgl. Steinhofer 2, 970). Eine weitere Vererbung des Lehens in der Familie Schöchingen ist nicht bekannt, scheint auch nicht stattgefunden zu haben. Im Jahre 1517 erscheint bereits wieder ein württ. Forstmeister zu Reichenberg (Sattler Herzoge 1, 233), wie denn das Schloß überhaupt in der Folge Sitz des Oberforstmeisters für den so ausgedehnten Reichenberger Forst blieb, auch häufig als Gefängniß für Wilddiebe benützt wurde.

Das Reichenberger Amt, dessen Bestandtheile im Allgemeinen die schon im Jahr 1439 mit der Feste Reichenberg verpfändeten Weiler und Höfe ausmachten, bildete ein eigenes Unteramt des Backnanger Amtes.

Nach der Burg Reichenberg nannte sich eine adelige Familie, von der jedoch nur wenige Mitglieder bekannt sind; irriger Weise sind schon die Grafen von Reichenberg im Elsaß mit derselben in Verbindung gebracht worden. Im Jahr 1230 werden Wolfram „miles“ und sein Bruder Berthold von Reichenberg als Zeugen des Grafen Berthold von Beilstein bei einer Schenkung desselben an das Stift Backnang genannt (Gabelk.). Im März 1260 erließ Irmengard von Reichenberg mit Einwilligung ihres Gatten Konrad und ihrer Söhne Johann und Ludwig dem Deutschordenshaus zu Mergentheim einen Jahreszins von 12 Pfd. Heller zum Dank für eine Gutthat des Hauses gegen ihren Sohn Konrad; das an der Urkunde anhängende Siegel des Johann von Reichenberg zeigt im Schilde eine Mauer mit Zinnen, auf welcher sich zwei Thürme, mit Zinnen versehen, erheben; als Zeuge erscheint in der Urkunde Arnoldus advocatus de Richenberg (St.-A.). Den 20. Mai 1349 verkaufte Rudolf von Nieder-Weissach dem Stift Backnang sein Lehen zu Ober-Weissach, wie dasselbe Konrad von Reichenberg besessen, um 6 Pfd. Heller (Reg. Boic. 8, 162).

Geschichtliches über den Weiler Reichenberg, welcher wohl allmählig durch Ansiedelung unterhalb der Burg entstand, und die mit ihm vereinigten Parzellen ist zum Theil schon bei der Geschichte der Burg erwähnt worden, außerdem ist noch folgendes hervorzuheben. Dem Stift Backnang bestätigte den 11. Apr. 1245 Pabst Innocenz IV. Reichenbach mit Zugehörungen vor der Burg Reichenberg, Güter und eine Mühle (s. Oppenweiler); dasselbe kaufte den 25. Januar 1345 von Mechtilde, Konrad Mulvingers Wittwe von Backnang, ihren freien Hof zu Zell (St.-A.). Dem Stift Oberstenfeld bestätigte Pabst Innocenz IV. den 11. Dec. 1247 Güter in Aichelbach und Schiffrain (Burgermeister Cod. dipl. equestr. 1, 1142). In der späteren Zeit gestaltete sich der verschiedene, namentlich der kirchliche Besitz in dieser Gemeinde folgendermaßen. Bei einem Theile der Reichenberger Markung hatte Württemberg und die Pfarrei Oppenweiler den großen und kleinen Zehenten je zur Hälfte, bei einem anderen Württemberg, bei einem dritten das Stift Oberstenfeld denselben allein (die neueste Entwicklung vor der Zehentablösung s. oben VI, 1), zu Dauernberg war der Zehente zwischen Württemberg und obiger Pfarrei zur Hälfte getheilt. Das Stift Backnang hatte Antheil am Reutenhofe, den großen und kleinen Frucht-, und den Weinzehenten, ein Bestimmtes an Geld für den Heuzehenten, einige erbliche Lehengüter, Gülten zu Zell, einige Lehengüter, Zinsen und Gülten zu Reichenbach, Zinsen zu Reichenberg und Aichelbach, am letztgenannten Orte besaß das Stift Oberstenfeld noch i. J. 1528 8 Lehenhöfe (Lagerbb. von 1528 und 1568/9).

Den 27. April 1432 verkauften Peter von Leimberg und seine Frau Anna Nothaft ihr von der letzteren Vater ererbtes Gut zu Rohrbach bei Oppenweiler um 45 fl. an Heinz Tauber. Den 26. Febr. 1509 verkaufte Eitel Hans Nothaft mit dem benachbarten Warthof (O.A. Marbach) auch drei Tagwerk Wiesen im Rohrbach und 24 Tagwerk Wiesen, die Bernhalden genannt (St.-A.).

Reichenberg mit seinen Parzellen, ausgenommen Bernhalden (Filial von Sulzbach) und 2/3 von Zell (Filial von Backnang), sowie mit Strümpfelbach bildete in altwürttembergischen Zeiten eine selbständige unter dem Amte Backnang stehende Pfarrei, welche mit der nur zur Reservatenvogtei Backnang gehörigen Pfarrei Oppenweiler durch Personalunion in der Weise verbunden war, daß noch besondere Pfarrberichte u. s. w. gefordert, zwei Kirchenvisitationen abgehalten wurden; heutzutage bildet Reichenberg eben ein Filial von Oppenweiler.

Jubiläum im Jahr 2014: 900 Jahre Oppenweiler Bearbeiten

Besprechung 900 Jahre Oppenweiler im Jahr 2014

Am 14.07.2011 fand eine weitere Besprechung zur Vorbereitung unseres 900-Jahr-Jubiläums im Jahr 2014 statt. In dieser Runde wurden die einzelnen Arbeitsgruppen (AG) festgelegt. Diese setzen sich nun wie folgt zusammen:

  • AG Veranstaltungskalender und Öffentlichkeitsarbeit: Mitglieder: Uwe Baumann, Dieter Fröhling, Manfred Fischer - Ansprechpartner für das erste Treffen: Uwe Baumann
  • AG Teilortveranstaltungen: Mitglieder: Gudrun Rauh, Hans Wölfl, Ursula Brischke, Martin Horlacher, Claus Kübler, Harald Pfitzenmaier - Ansprechpartner für das erste Treffen: Gudrun Rauh
  • AG Ökumene: Mitglieder: Florian Lampadius, Frank Schöpe, Karl Stein, Karin Daur - Ansprechpartner für das erste Treffen: Florian Lampadius
  • AG Festwochenende und Festakt: Holger Scheib, Anita Schray, Lino Perri, Adam Bauer, Heike Steinicke, Ariane Kürner, Steffen Rosenke, Fritz Eckardt - Ansprechpartner für das erste Treffen: Holger Scheib
  • AG Finanzierungsplanung: Ernst Krämer, Thomas Wieland - Ansprechpartner für das erste Treffen: Ernst Krämer
  • AG Jubiläumsschrift: Dr. Klaus Dieter Schenkel, Heinrich Bernhardt, Ute Klaperoth-Spohr - Ansprechpartner für das erste Treffen: Dr. Klaus Dieter Schenkel
  • AG Jubiläumsprodukte: Rüdiger Diederich, Claus-Peter Neumann - Anprechpartner für das erste Treffen: Rüdiger Diederich

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich gerne in den Gruppen mit einbringen und sich bei dem jeweiligen Ansprechpartner melden.

Quellen Bearbeiten

  • Karl Julius Zehender: Heimatbuch Oppenweiler, Hrsg. Gemeinde Oppenweiler, Oppenweiler 1992 (Zehender war bis 1978 Bürgermeister)
  • Wikipedia: Oppenweiler
  • Webseite der Gemeinde: Oppenweiler




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